VEGAN


Bis Du mit dem Lesen dieses Artikels fertig bist, werden 3.650 Kühe, 15.552 Schweine, 6.438 Schafe, 4.313 Ziegen, 573.760 Hühner, 28.279 Enten, 6.663 Gänse und 1.125.143 marine Lebewesen durch Menschen ermordet worden sein. Diese Lebewesen werden im Sekundentakt erschossen, vergast und zerstückelt.

 

WAS BEDEUTET EIN VEGANER LEBENSSTIL


Veganismus ist eine Philosophie, eine ethische Lebenseinstellung. Vegan zu leben bedeutet mehr als sich rein pflanzlich zu ernähren. Das Prinzip einer veganen Lebensweise ist es jede Form der Ausbeutung von und Gewalt an Tieren zu vermeiden und nicht zu unterstützen. Das bedeutet grundsätzlich, keine Produkte zu konsumieren, die aus Tieren gemacht sind oder von Tieren stammen. Und es ist wichtig jede Art der Ausbeutung und Zurschaustellung von Tieren, wie beispielsweise in Zirkussen und Zoos, zu verhindern und unter keinen Umständen zu unterstützen. Jedes Tier hat das Recht auf Freiheit und Unversehrtheit. Es gibt keine Rechtfertigung dafür, Tiere und was von ihren Körpern kommt, zu konsumieren. Nichts steht einem veganen Lebensstil im Weg!

Die Ernährung spielt zweifelsohne die größte Rolle, wenn es darum geht die Ausbeutung und Tötung von Tieren zu stoppen. Da wir beim Essen mehrmals täglich eine Entscheidung treffen, die Tiere berücksichtigt oder nicht. Beim Kauf von Kleidung ist es wichtig, darauf zu achten, dass keine Materialien wie Haut (Leder), Wolle, Seide, Horn oder andere tierische Bestandteile verarbeitet wurden. Beim Kauf von Kosmetik und Haushaltsartikeln solltest Du darauf achten, dass die Produkte keine tierischen Bestandteile enthalten und natürlich nicht an Tieren getestet wurden.

Auch wenn sich das allgemeine Bewusstsein und das Wissen rund um das Thema Vegan in den letzten Jahren verbessert haben, gibt es leider immer noch einige Vorurteile. Mit unserem Informationsangebot möchten wir so vielen Menschen wie möglich zeigen wie abwechslungsreich und vielfältig ein veganer Lebensstil ist und welche Vorteile nachhaltige Kaufentscheidungen für uns alle mit sich bringen.

 

DIE GÄNGIGSTEN FRAGEN UND VORURTEILE


In diesem Beitrag findest Du Antworten auf die gängigsten Vorurteile.

 

Wir essen schon immer Tiere / Tradition / Kultur


Geschichte und Tradition werden gerne als Grund aufgeführt, Tiere zu essen. Macht es Sinn, Verhaltensweisen unserer Vergangenheit, fortzuführen, ohne diese zu hinterfragen? Gibt uns eine Tradition oder ein bestimmtes Verhalten unserer Vorfahren Aufschluss darüber, ob diese Sache moralisch ist? Menschen führen seit Jahrtausenden Kriege und töten sich gegenseitig. In vielen Ländern ist es Teil der Kultur und Tradition Frauen und Homosexuelle gesellschaftlich schlechter zu stellen oder sogar zu verfolgen. In einigen Ländern gehört es zur Kultur Katzen und Hunde zu essen. Diese Verhaltensweisen sind Teil menschlicher Geschichte, menschlicher Kulturen und menschlicher Traditionen. Nichts davon ist moralisch. Nur weil etwas seit langer Zeit gemacht wird oder Teil unserer Kultur ist, wird es deshalb nicht zu einem ethisch korrekten Verhalten. Viele Dinge die Menschen seit Jahrtausenden machen, sind sogar in höchstem Maße unethisch und böse. Hierzu gehört auch das, was Menschen Kühen, Schweinen, Schafen, Hühnern, Fischen und vielen weiteren Tieren seit Jahrtausenden antun.

Die Ergebnisse anthropologischer Forschung und archäologischer Untersuchungen legen nahe, dass pflanzliche Nahrungsmittel im Laufe der menschlichen Evolution einen signifikanten Anteil der von Hominiden und früherer Vorfahren konsumierten Kalorien ausgemacht haben. Das bedeutet, dass sich einige unserer Vorfahren nachweislich zeitweise größtenteils pflanzlich ernährt haben. Unsere anatomische und physiologische Entwicklung steht seit einigen Millionen Jahren mit dem Verzehr von Früchten und stärkehaltigen Pflanzenteilen in Verbindung. Neue Untersuchungen deuten darauf hin, dass vor Allem der Verzehr stärkehaltiger Nahrungsmittel und unsere Fähigkeit zu Kochen maßgeblich für die Weiterentwicklung unseres Gehirns verantwortlich war. Denn durch das Kochen, bzw. das Erhitzen von Nahrung werden Nährstoffe und somit auch Energie besser für unseren Organismus verfügbar.

Selbst als die Jagd aufgrund klimatischer Veränderungen während der Eiszeiten eine zunehmend größere Rolle gespielt hat, ernährten sich anatomisch moderne Menschen und Neandertaler, wann immer es die Vegetation des jeweiligen Lebensraumes zuließ, auch pflanzlich. Dies lässt sich auch an dem außergewöhnlich hohen Ballaststoffanteil (Pflanzenfasern) in versteinerten paläolithischen Hinterlassenschaften unserer Vorfahren demonstrieren. In Zeiten, in denen ein gebrochener Fuß oder selbst kleinere Verletzungen den Tod bedeuten konnten, macht es weitaus mehr Sinn Nahrungsmittel zu sammeln die in unmittelbarer Umgebung wachsen und ohne Risiko gepflückt oder ausgegraben werden konnten. Die Jagd hingegen war ein riskantes und sehr gefährliches Unterfangen bei dem sowohl Ausgang als auch Beute keineswegs sicher waren. Unsere körperlichen Voraussetzungen, wie beispielweise die Fähigkeit ein breites Farbspektrum wahrzunehmen oder unsere Hände optimal und sehr differenziert zu verwenden, eignen sich hervorragend, um pflanzliche Nahrungsquellen aufzuspüren und Früchte oder andere Pflanzenteile zu sammeln.

Auch wenn es in unserer Vergangenheit zweifelsohne Situationen gab, in denen unsere Vorfahren ihr Überleben durch das Töten und Verzehren anderer Tiere sichern mussten, macht es in heutiger Zeit keinen Sinn Verhaltensweisen unserer Vergangenheit als Grund aufzuführen Tiere oder was aus ihren Körpern kommt zu konsumieren. Wir leben in einer modernen Welt, in der wir einfachen Zugang zu einer Vielzahl pflanzlicher Lebensmittel haben, die uns mit allen wichtigen Nährstoffen versorgen, die wir benötigen. Aus diesem Grund können wir uns für eine ethische Lebensweise und somit für eine vegane Ernährung und für Lebensmittel entscheiden, die andere Lebewesen, uns selbst und unseren Planeten nicht zerstören. Die Probleme, denen wir heute gegenüberstehen sind andere als diejenigen mit denen unsere Vorfahren zu kämpfen haben. Aber wieder geht es um unser Überleben und um das Überleben aller anderer Lebewesen auf der Erde und um das Überleben unseres Planeten selbst.

 

Tiere essen andere Tiere / Tiere essen ist natürlich


Unabhängig davon was natürlich ist oder nicht, gibt uns die Natürlichkeit einer Sache keinen Aufschluss darüber, ob diese Sache gut oder schlecht ist. Naturkatastrophen sind natürlich. Viren und Bakterien sind natürlich. Moderne Medizintechnik ist unnatürlich. Häuser sind unnatürlich. Brillen sind unnatürlich. Viele natürliche Dinge sind schädlich für uns und viele unnatürliche Dinge sind von großer Bedeutung für unsere Gesundheit und unser Überleben.

Fleischfresser, wie beispielsweise Wildkatzen, nehmen in der Natur eine Rolle bei der Populationskontrolle ein. Was wir mit Tieren machen, könnte allerdings nicht weiter von natürlich entfernt sein. Kühe, Schweine, Schafe und Hühner werden auf bestialische Weise gezüchtet. Ihr Erbgut wird verändert, um den Ertrag zu maximieren und über 70 Milliarden an Land lebender Tiere werden jedes Jahr getötet. In den Weltmeeren werden Fische und andere marine Lebewesen in unzählbarer Anzahl dezimiert. Dabei spielen Moral und Ethik keine Rolle. Im Gegensatz zu uns haben natürliche Karnivoren in der Wildnis keine Vorstellung von Moral und töten um zu Überleben. Es gibt für uns keine Rechtfertigung Tiere auszubeuten und zu ermorden. Unabhängig davon, ob dies im industriellen Maßstab oder bei der Jagd geschieht. Die Ausbeutung und Ermordung anderer Lebewesen ist immer ein Akt von Grausamkeit und Bösartigkeit! Wir sind moralisch handelnde Lebewesen und wir können uns jeden Tag gegen Leid und für Mitgefühl entscheiden. Es ergibt keinen Sinn Verhaltensweisen wilder Tiere zu imitieren.

 

Ist ein veganer Lebensstil nicht teuer?


Die günstigsten und gesündesten Lebensmittel sind alle rein pflanzlich. Gemüse, lokale Früchte, Getreide und Hülsenfrüchte, Pilze, Nüsse und Saaten sind die reichhaltigsten, gesündesten und darüber hinaus günstigsten Lebensmittel auf unserem Planeten. Etwas teurer werden erst prozessierte Lebensmittel, und zwar unabhängig davon ob sie pflanzlich sind oder nicht. Fleisch, Milchprodukte und Vogeleier zu konsumieren ist ein Luxus auf Kosten der, in erster Linie, Tiere und in den meisten Fällen auf Kosten der Menschen und der Umwelt in Entwicklungs- und Schwellenländern. Denn der Großteil der zu Tierfutter verarbeiteten Agrarprodukte stammen aus den ärmeren Regionen der Welt und die mit dem Anbau von Futtermitteln und Schaffung von Weideflächen einhergehende Zerstörung macht sich in genau diesen Ländern am stärksten bemerkbar. Eine rein pflanzliche Ernährung richtet in jeder Hinsicht den geringsten Schaden an und kann dabei ausgesprochen günstig sein.

Im Vergleich zu konventionell angebauten pflanzlichen Lebensmitteln sind pflanzliche Bio-Lebensmittel im Normalfall etwas teurer. Allerdings stellt dies eine Investition in einen nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen und in eine bessere Lebensmittelqualität dar.

 

Benötigen wir nicht viel mehr Anbauflächen für eine rein pflanzliche Ernährung?


Eine kürzlich an der Universität von Oxford durchgeführte und in der Fachzeitschrift Science veröffentlichte Studie konnte eindrucksvoll nachweisen, dass wir bei einem weltweiten Wechsel zu einer veganen Ernährung 75 % weniger Anbaufläche benötigen würden und somit eine enorme Menge an Ressourcen einsparen könnten. Das liegt daran, dass gigantische Flächen für den Anbau von Soja zur Futtermittelherstellung und für Weideflächen für Milliarden von Rindern verschwendet werden. Bis zu 90 % der weltweiten Sojaernte und über die Hälfte allen angebauten Getreides wird an Tiere verfüttert. Hierfür werden vor Allem riesige Urwaldflächen gerodet und niedergebrannt. Wir bauen bereits heute so viele Nahrungsmittel an, um damit rund 12 Milliarden Menschen zu ernähren. Stattdessen verfüttern wir den Großteil dieser Nahrungsmittel an über 70 Milliarden an Land lebenden Tiere, die jedes Jahr getötet werden.

 

Fehlen bei einer veganen Ernährung nicht wichtige Nährstoffe?


Die Studienlage, und vor Allem das Vorhandensein großer Metaanalysen, zum Thema vollwertige pflanzliche Ernährung zeigt eindrucksvoll die faszinierenden Vorteile einer pflanzlichen Ernährungsweise auf unsere Gesundheit. Bei Ernährungswissenschaftlern und Medizinern renommierter Institute herrscht Einigkeit darüber, dass je weniger tierische Produkte konsumiert werden und je höher der Anteil an Früchten, Gemüse und Pilzen, Nüssen und Saaten, Vollkorngetreide und Hülsenfrüchten in der Ernährung ist, das Risiko an chronischen Krankheiten zu erkranken, teils signifikant verringert wird.

Die weltweit größte Fachgesellschaft für Ernährung, die Academy of Nutrition and Dietetics, hat sich bereits 2016 in einem Positionspapier für eine vegane Ernährung ausgesprochen. Sie betont, dass eine gut geplante vegane Ernährung gesund und bedarfsdeckend ist und dass sie sich für alle Lebensphasen, inklusive Schwangerschaft, Kindheit, Erwachsenenalter und für Sportler bestens eignet. Eine vollwertige pflanzliche Ernährung ist frei von Cholesterin und arm an gesättigten Fettsäuren. Sie liefert viele Vitamine, Mineralien, Proteine, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe.

Dass Früchte und Gemüse eine optimale Quelle für die verschiedensten Vitamine darstellen, dürfte bekannt sein. Mineralstoffe wie Calcium, Eisen, Magnesium und Zink kommen grundsätzlich in Böden vor. Wie für uns stellen diese Mineralien auch für Pflanzen wichtige Nährstoffe dar, die an zahlreichen Stoffwechselvorgängen beteiligt und für biologische Organismen überlebensnotwendig sind. Optimale Quellen für Mineralstoffe sind grüne Kohlsorten und grünes Blattgemüse wie beispielsweise Brokkoli, Grünkohl und Spinat. Signifikante Mengen an Mineralstoffen liefern uns auch Nüsse, Samen und Hülsenfrüchte sowie Getreide.

Vitamin B12 stammt von Bakterien, die überall in der Natur vorkommen. Würden wir Früchte und Gemüse mit anhaftender Erde direkt aus der Natur essen, ohne diese zuvor zu waschen, und würden wir Wasser direkt aus natürlichen Quellen trinken, wären wir bestens mit Vitamin B12 versorgt. Aus offensichtlichen Gründen der Hygiene machen wir das heute allerdings nicht mehr und konnten durch Reinigung und Desinfizierung unserer Lebensmittel zahlreiche Krankheiterreger beseitigen. Kein Tier, inklusive des Menschen, produziert Vitamin B12 selbst. Tieren in der Landwirtschaft wird Vitamin B12 über Futterergänzungen zugeführt.

Die einfachste und sicherste Art und Weise mit ausreichend Vitamin B12 versorgt zu sein, ist die direkte Einnahme einer B12-Nahrungsergänzung in Kapsel- oder Tropfenform, und zwar unabhängig von der Ernährungsweise. Denn der größte Anteil, der an einem Vitamin B12 Mangel leidenden Menschen, befindet sich unter denjenigen mit einer omnivoren Ernährungsweise.

 

Es ist meine persönliche Entscheidung Tiere zu essen


Wie persönlich kann eine Entscheidung sein, wenn es dabei Opfer gibt?

Wer dafür bezahlt, Tiere und ihre Ausscheidungen zu konsumieren, bezahlt für die Ausbeutung, Misshandlung und Tötung empfindsamer Lebewesen. Eine solche Entscheidung ist nicht persönlich, denn sie hat fürchterliche Auswirkungen auf andere.

 

Nichts spricht gegen einen veganen Lebensstil


Vegan zu leben bedeutet allen Tieren ihre grundsätzlichen Rechte auf Unversehrtheit und Freiheit zuzugestehen. Es gibt keinen Grund für die Ausbeutung, Misshandlung und Tötung von Tieren. Jede/r kann unabhängig von Alter und Lebenssituation einfach und schnell den Wechsel zu einer rein veganen Lebensweise vollziehen. Vegan zu leben ist eine ethische Entscheidung die nichts mit Verzicht zu tun hat, sondern in jeder Hinsicht die besten Vorteile für die Tiere, Deine eigene Gesundheit und unsere Umwelt mit sich bringt. Es gibt tausende von essbaren Pflanzen - entdecke sie und was man aus ihnen machen kann!

Falls Du Fragen zum Thema Vegan hast, kannst Du uns selbstverständlich jederzeit unter info@plantful.de kontaktieren. Wir freuen uns auf Deine Nachricht!

Weitere Infos zu unseren Grundsätzen findest Du in den Beiträgen Bio, Palmölfrei und Nachhaltigkeit.

Julian von plantful